Deutschrap rasiert

Deutschrap rasiert

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00:00:13:

00:00:20: Die

00:00:20: ersten Künstler waren halt quasi alles, was so Kojose war.

00:00:24: Kojoso war unsere Posse, sag ich mal.

00:00:27: Das stand aus... Max Herrre, Freundeskreis, DJ Friction und Philippe.

00:00:33: Dann massive Töne natürlich und Afrop.

00:00:36: Das waren so die ersten Künstler,

00:00:39: die

00:00:40: quasi mit der Koechose groß wurden und wo nur sieben Elf dann ein bisschen zu der organisatorische Arm, so dahinter war es, sag

00:00:48: ich mal.

00:00:50: War dir am Anfang gleich eher in der Orga oder war's für euch auch mal irgendwie keine Ahnung?

00:00:54: Dass man gesagt hat, vielleicht ist das ein Mikro doch nicht schlecht!

00:00:57: Ja also es war so dass... Also, anfangs als Shovey und ich das gegründet hatten.

00:01:04: Damals noch ... Da war es ja so, dass Shoveys Teil von massive Töne damit auch als MC immer schon irgendwie mit dem Mic vertraut gewesen.

00:01:13: Und ich hab gar nie die Bestrebungen gehabt, sag ich mal.

00:01:17: Ich habe ganz früher sehr leidenschaftlich gebragt aber auch schnell gemerkt, dass ich trotz meiner Leidenschaft eher unter Ferner Liefen da mitspielen kann.

00:01:30: Und hab dann irgendwie für mich festgestellt, wo mein Talent ist es eher so in Orga Leute zusammenbringen und so ein bisschen ... Genau, und so kam das dann.

00:01:40: aber Shovey war schon immer auch sehr viel mehr eigentlich auch Künstler und MCi und DJ.

00:01:50: Und Thomas hat ja parallel dazu auch, kannst du ja dann ein bisschen erzählen?

00:01:56: Also, ich

00:01:56: bin später dazugekommen.

00:01:57: Die Jungs haben ja neunzigzehntig gegründet.

00:02:00: Ich bin neunneunzig nach Stuttgart gekommen im goldenen Jahr.

00:02:03: Da waren ja vier Stuttgarter-Aktien in den Toptenn.

00:02:06: Da war hier wirklich Schlaraffenland für jemand wie mich der dann quasi so aus einer Kleinstadt kam endlich in die Großstadt wo es endlich diese Kultur gab, die ich gesucht habe und gingen an der Brenz bei Heidenheim.

00:02:20: Ja, dann war hier alles da und jede Woche waren von Mittwoch bis Samstag die teuersten Partys und alle möglichen Acts aus der ganzen Welt zu Gast.

00:02:28: Das war wirklich cool!

00:02:29: Da wusste man gar nicht, wo man zuerst hingehen sollte.

00:02:31: Und ich wurde aber auch relativ schnell vom Konsument zum Aktivist und habe selber Musik weitergemacht was wir daheim schon angefangen haben und das ein bisschen besser gemacht und auch Venü gepresst.

00:02:42: und so kam ich bei den Jungs in den Vertrieb und so haben wir uns kennengelernt.

00:02:46: Ich mache ja jetzt seit dem Jahr zwölf den Agenturarm die für Kunden arbeiten und für Kundevents und alles organisieren.

00:02:54: Und dann haben wir festgestellt, so hey ich hab' die gleiche Culture den gleichen Background und eigentlich fehlt den Jungs gerade das was... Ich habe die Skills weil es ging nämlich so los dass auf einmal ein Partner wie zum Beispiel Red Bull die einfach dabei waren bei den Festivals und bei den Partys dann gefragt haben hey könnt ihr für uns auch mal etwas machen?

00:03:11: Da waren so oh!

00:03:12: Auf einmal der erste Auftragsarbeit Und da wusste Strache und die Jungs wussten, dass ich da unterwegs bin professionell beruflich.

00:03:20: Und haben mich dann gefragt ob ich mir das vorstellen könnte.

00:03:22: und es war dann eigentlich so ein perfect Match.

00:03:25: Also wenn du davor noch Konsument warst was war dein Favourite zu dem Zeitpunkt?

00:03:30: Ich war sehr Ami-Rap getrieben East Coast West Coast aber Deutsch Rap.

00:03:38: doch auf jeden Fall War schon auch wichtig, also gerade zu dem Zeitpunkt massive Töne oder Doppelkopf von Upcytes.

00:03:45: Das war für mich so eins der Top-Fünf-Deutschrippalben natürlich beim Bule.

00:03:49: Beginner war damals schon so ... what?

00:03:52: Also das war semi Deluxe nach wie vor einer der besten MCs meiner Meinung nach.

00:03:57: Also da gab es schon viel Qualität damals.

00:04:01: Ich meine, Strahe, wenn ihr euch als hier kennengelernt habt was war denn dein Eindruck?

00:04:05: Hast du das Gefühl gehabt, dass steht gar nicht im Umland?

00:04:07: weil ich habe das Gefühl, dass das bis heute so ist Was in Stuttgart passiert, passiert in Stutgart und was drumherum passiert ist ja erstmal scheißegal.

00:04:15: Ja du hast halt... also für uns war es schon so.

00:04:18: wir haben damals... Wir haben schon zum Blick auch gehabt dann aber eher auf Frankreich viel Also wir haben auch mal ein Album gemacht Wengt Connection hieß das wo wir halt viele die ganzen... Die Franzosen haben uns sehr beeindruckt vom Produktions-Style Und die waren schon nochmal ein Stück weiter.

00:04:38: Aber ansonsten haben wir uns da echt auch nicht so beeindruckend lassen von irgendwas.

00:04:43: Es gab immer diese Stuttgart-Hamburg-Achse, mit denen es bis heute irgendwie gute Freunde sind und ... Da kam halt viel her.

00:04:52: Das war schon sehr ähnlich.

00:04:53: Auch wenn die zu ihren Hamburger Schnack hatten, dann doch wieder anders.

00:04:58: Aber vom Prinzip hast du schon recht.

00:05:00: Stuttgard ist ein bisschen eine spezielle Stadt.

00:05:04: Und vielleicht ... wegen der Kessellage, weil du hast halt so dein Ding hier und jeder dabbt sich auf die Füße.

00:05:10: Und du arbeitest auch schneller zusammen als in anderen Städten?

00:05:14: Ja voll!

00:05:14: Ich hab das Gefühl dass man haben wir hier eine gute Kultur.

00:05:18: So in Stuttgart weißt Du dass alles ineinander funktionieren weil ich habe also vor allem jetzt natürlich das künstler jetzt betrifft.

00:05:24: irgendwie gibt es vierzig Babeln und Leute die sich nicht kennen und ich kenn das noch keine Ahnung.

00:05:29: Wir haben uns damals auch was er sieht und wusste es wäre ein Park geht, wusste wer dahingeht usw.. Man kannte sich, ob man sich gemocht hat.

00:05:35: Ein anderes Thema?

00:05:36: Aber das war schon ein Ding!

00:05:39: Ja absolut.

00:05:39: also ich kann dir ehrlich gesagt gar nicht mehr sagen da hast du wahrscheinlich viel besseren Eindruck wie es heute ist.

00:05:45: Ich kann dir sagen wie es früher war.

00:05:47: Früher war der schon sehr so zusammen und ich habe schon auch mitbekommen dass sich das jetzt vielmehr in verschiedene Bubbles unterteilt hat.

00:05:56: aber ich bin dann natürlich nicht mehr so tief drin wie früher.

00:06:00: aber früher war sogar so dass auch die Skater Leute so ein bisschen das hingen alle zusammen ab.

00:06:07: die waren alle bei uns im nur sieben elf club.

00:06:08: es gab damals das radiobahn gebäude am roten bühnplatz da gab's unten den firma bond vom dirk schuhmeier.

00:06:14: das war so dahin halt alle irgendwie entweder in der radio bar oder halt unhin der firma bonnen oder im sound shop und dann abends bei uns nur sie im Elfklub.

00:06:24: oder Mittwoch, seit dem Red Dog.

00:06:25: Das war alles schon so eine Szene, muss man sagen.

00:06:28: und das hat sich schon aufgesplittert und ist heute nicht mehr so

00:06:31: ... Und irgendwie ein gemeinsamer Aufbruchsgedanke?

00:06:34: Total!

00:06:35: Das war so, auf einmal machen alle was und haben sogar Erfolg damit.

00:06:39: Es wird gehört, es wird so gerated von den Leuten.

00:06:44: Eine besondere Stimmung.

00:06:45: Absolut,

00:06:46: und es ist auch gleichzeitig ... Es gab dann das im Eins.

00:06:48: Damals in Südmich geländet, Bobby Schuster hat's im Eins gemacht.

00:06:53: Das war so ein Hausclub halt, wo aus überall kamen die Leute da runter.

00:06:57: Und auch das war dann, dass du dich so real-recognize-real hast.

00:07:02: Die haben sich gegenseitig, die waren in ihrem Ding total real und haben ihr Ding gemacht und mega geil!

00:07:11: Das war irgendwie wirklich eine ... coole Zeit in Stuttgart, muss ich sagen.

00:07:16: Aber es wird dir halt hier auch nicht einfach gemacht weil subkultur funktioniert hat auch dann wenn du halt ähnlich wie berlin ist jetzt auch nicht mehr so einfach wie früher.

00:07:25: aber in berlin hattest du halt ohne ende flächen und wo du dann halt bist du halt in irgendwelche locations reingegangen und hast halt irgendwelchen off-locations die geschnappt und das gab's in stuttgart wenig und wenns es gab Wurz oft gleich wieder platt gemacht, wie Beispiel im Ein-Südmich Gelände.

00:07:41: Und das war eigentlich immer so ein bisschen Schade.

00:07:43: oder Radiobadgebäude bei uns.

00:07:44: Das war wirklich so einen Schmelztiegel wo ganz viel passiert ist.

00:07:47: Aber steile These vielleicht war es damals sogar auf eine Art Bubble Ligger weil man sich mehr so nach Genre orientiert hat oder ganz gezielt.

00:07:56: Also ich weiß noch, wir sind immer ganz gezielt genau da hingegangen weil da entweder die Musik lief oder der DJ aufgelegt hat.

00:08:04: und ich habe heute das Gefühl es ist so ein bisschen beliebiger geworden.

00:08:06: Die Leute wollen weg, die wollen tanzen und wer da so auflegt ist eigentlich eher so sekundär.

00:08:11: Und damals war schon so ein starkes Genre-Denken So Wir sind Hip Hop Und

00:08:14: äh...

00:08:16: Heute weiß nicht wie das.

00:08:17: heute ist Alles ein bisschen

00:08:19: Ja,

00:08:19: andere Seite.

00:08:22: Aber wenn ihr so zurücknimmt ... Was würdet ihr sagen, wo es das erste Mal ernst geworden ist?

00:08:26: Also was der Folge betrifft?

00:08:29: Folge!

00:08:30: Wo ihr gemerkt habt, da steckt ein bisschen mehr dahinter aus, dass wir das aus Leidenschaft machen, sondern okay, das wird jetzt ernst.

00:08:37: Das war ab dem Zeitpunkt, wo du dann merkst, dass du

00:08:41: mit

00:08:41: Major Labors ins Gespräch kommst, die auf einmal alle melden und eine Verlagsedition gegründet haben.

00:08:50: Wir haben ein Label-Deal dann unterschrieben.

00:08:52: Aber davor eigentlich noch ging's dann halt los, dass ... die ersten Acts, also die ersten, die bei uns aus unserer Klicke hier quasi so richtig erfolgreich waren war Freundeskreis, also kommerziell erfolgreich mit Anna damals.

00:09:10: und da haben wir beim Max auch natürlich sehr, der hätte zum Beispiel, wir haben eine Tour gemacht Und Max war da halt sehr so, ich lass das meine Homies machen.

00:09:24: Theoretisch hätte er auch zu Lieberberg gehen können und sagen, macht ihr mir die Tour?

00:09:29: Er hat gesagt nee, das machen wir in-house quasi.

00:09:32: Dann haben wir die Quachose-Tour geplant.

00:09:34: Es war schon echt ein cooler, guter Move, der uns natürlich wieder von den neuen Herausforderungen gebracht hat.

00:09:41: Wir waren immer so do it yourself!

00:09:43: Wir haben noch nie eine Tour davor gemacht und dann haben wir halt die Tour geplant Und Gott sei Dank hat es auch alles super funktioniert.

00:09:51: Natürlich auch, wie gesagt das war damals einfach so eine Hype der halt dann entstanden ist und wiederum Freundeskreis haben aber auch davon profitiert.

00:10:00: zum Beispiel die Massiven waren halt so die absoluten Helden der Szene, so damals noch eher so underground mit dem Kopfnicker-Album Aber jeder kannte die massiven und er hatte eine krasse Kredibilität und so hat es gegenseitig gut aufeinander abgefärbt Weil die Leute ja erst mal, was der erste Berührungspunkt bei Freundeskreis Anna ist.

00:10:19: Was dann schon eher so ein poppiger Song war.

00:10:22: Denkst du so hey sind die jetzt gerade den kritischen Hip-Hop Typen?

00:10:26: Bist du dann halt gemerkt, dass Max ein mega MC ist und auch alles total real ... Aber das war damals immer so ein

00:10:33: wichtiges ...

00:10:35: Da gab's die Hip Hop Polizei.

00:10:36: Ganz

00:10:36: krass!

00:10:37: Die Realness-Polizei.

00:10:38: Und ich weiß auch total... Ich bringe zum Beispiel immer so'n Beispiel weil ich jetzt noch ein paar Mal drüber gesprochen hab Die Karin, das war so eine Buckeerin aus Berlin.

00:10:47: Wie entsetzt die war als Chovy und ich mal dann ... Wir hatten irgendwann Heineken als Sponsor, so als Logo auf einem nur sieben Elfklub Flyer.

00:10:56: Das war dann wie könnt ihr heinigen?

00:10:58: Und so und wir so.

00:10:59: ja gut weißt du wenn du dann halt irgendwann Mitarbeiter zu bezahlen hast und dann kommt er bis nach und nach Und musst halt dann irgendwie auch Profitare sein mit dem Ding und dann guckst du drauf.

00:11:08: Heute ist das vollkommen wurscht, heute ist es eher so eine Auszeichnung wenn du irgendwelche guten Sponsoren hast, weil die ... Aber damals war's halt einfach wie du sagst, der Polizei.

00:11:19: Das war

00:11:19: schon ein Thema gewesen.

00:11:22: Es ist doch lustig wie Stuttgart immer also zumindest von außen assoziiert wird so im Vergleich gerade zu Berlin.

00:11:27: Also klar, Berlin denkt natürlich immer, es ist das Mecker.

00:11:30: Und Stuttgarter ist alles halt dann poppig.

00:11:34: natürlich die großen Beispiele von hier, muss man auch sagen.

00:11:37: Die sind halt poppy gewesen.

00:11:38: Fandas wann?

00:11:40: Ja also später dann Crowbar so.

00:11:42: Also Crowbar ist halt jetzt auch nicht hard to rap.

00:11:45: Hat er ja auch immer gesagt von Anfang

00:11:47: an.

00:11:48: Rayo!

00:11:50: Ist nur fair.

00:11:52: und ich meine als ihr dann also Nerdpunkt um Max Anna kam raus was war denn der nächste Step für euch das ihr gesagt habt okay wir müssen irgendwie wachsen weil es ging ja dann tatsächlich.

00:12:01: Also damals schon muss man sagen, hier unten aus dem Kessel dann raus.

00:12:07: Ja also das ist irgendwie so organisch gewachsen und immer so aus der Situation raus und auch aus der Neugierde raus würde ich sagen.

00:12:17: Wir hatten keinen Respekt vor oder kein Schiss irgendwelche Moves zu machen mit allen Vor- und Nachteilen.

00:12:27: Manchmal fliegt man auch auf die Schnauze natürlich und investiert in irgendwas, was nachher nicht so funktioniert.

00:12:31: Und manchmal funktionieren aber auch Sachen richtig gut.

00:12:34: Was aber immer so eine Folge davon war, dass du halt zu deinem Netzwerk erweiterst und dich breiter aufstellst ... Ich glaub das war wie das Beispiel, was ich jetzt vorhin gesagt hab mit der Tour, da hast du dann gesagt, okay, dann machst du halt Booking!

00:12:45: Dann ist daraus ne Booking-Agentur entstanden.

00:12:48: Dann haben wir irgendwann gesagt, hey komm Merch nice, können es rausgehen?

00:12:51: Wir können's aber auch selber machen.

00:12:54: Dann ist da so eine Merchkampagne draußen entstanden, dann sind wir irgendwann angesprochen worden.

00:13:01: Von Bertelsmann war das damals auf einer Mitarbeiterin vom Verlag dort mit der wir sehr gut befreundet waren auch eigentlich ob wir nicht ne Verlagsedition machen wollen.

00:13:11: und dann haben uns aber auch verschiedene Gespräche und verschiedene Majors angehört, sind am Schluss bei Bertelsman trotzdem gelandet.

00:13:20: Und dann kam halt so ein Ding nach dem anderen, dann bist du bei EastWest Slash Warner waren wir quasi als Label mit den Massiven.

00:13:28: Und dann hast du natürlich ganz viele Berührungspunkte, mit den Labelverantwortlichen ... Dann funktionieren massive Töne so gut.

00:13:36: Sind sehr erfolgreich!

00:13:37: Dann ist er der nächste Schritt und sprechen die dich an.

00:13:39: So hey, wollt ihr einen Labeldiel machen?

00:13:41: Und auch eigenen Künste herausbringen?

00:13:43: Natürlich musst du da nicht wahnsinnig lange überlegen.

00:13:46: und

00:13:48: ja... Und dann das Hip-Hop Open als nächster Console Step.

00:13:52: Hip-Hop Open ist ein guter Punkt, und das war auch eine ganz lustige Geschichte.

00:13:56: Weil auch da ist es uns so ein bisschen hingetragen worden.

00:13:59: Also wir sind damals von ... Die Geschichte war eigentlich die, dass die Phantas ihr zehnjähriges Jubiläum spielen wollten vor dem neuen Schloss.

00:14:08: Und das wurde ihnen damals, ich glaub, neue Schlossgehörte im Land oder die Fläche davor?

00:14:14: Mhm.

00:14:14: Und die haben dann damals Angst um ihre Blumenbete gehabt.

00:14:17: Dann haben sie ihn abgesagt.

00:14:20: Sondern gab's im Nachgang eine riesen Schelle von den Medien und der ganzen Presse, weil die gesagt haben hey das ist so die popkulturell relevanteste Band, die die Stadt zu bieten hat.

00:14:31: Wie könnte das denen nicht erlauben?

00:14:33: Und wie es halt immer so ist wenn Politiker in den Medien nicht gut wegkommen dann bemühen sie sich wieder irgendwas Neues machen.

00:14:39: Dann sind Sie auf uns zugekommen und haben gesagt ja das mit Infanters wurde jetzt vergeigt aber wollt ihr nicht einen Hip-Hop Festival dort machen.

00:14:47: Uns war in dem Fall nur sieben Elf und Vorartist.

00:14:50: Also wir haben das zusammen gemacht.

00:14:53: Also quasi die relevanten Player hier in der Stadt, damals für das ganze Thema und dann haben wir uns mit denen getroffen und ihr habt aber gesagt, wir müssen es mit dem SWR zusammen machen.

00:15:03: Wir haben uns mit den SWR-Leuten getroffen im Baden-Baden und haben halt damals einfach gar nichts gegen SWR, aber das hat halt einfach nicht funktioniert weil Tief in der Szene drin, bewandern vielleicht ein bisschen zuerbaren.

00:15:17: Wir haben schnell gemerkt, da prallen Welten aufeinander, das wird nicht funktionieren.

00:15:23: und dann haben wir uns im Anschluss gesagt, eigentlich wieder total scheiße!

00:15:29: Jetzt gäbe es mal die Möglichkeit irgendwas zu machen.

00:15:33: Unsere Freunde aus Chemnitz, die das Splash Festival ein Jahr davor gestartet haben schon ... Das war vor allem so ein Family-Gathering und das war supergeil.

00:15:41: Dann haben wir gesagt, komm Eigentlich müssen wir das jetzt trotzdem auch machen.

00:15:45: Und haben dann wirklich sehr kurzfristig entschieden wenige Monate vor dem ersten Hip-Hop Open, es war dann am fünften Juli zweitausend da hatte ich Geburtstag deswegen weiß ich's noch so genau.

00:15:59: Da haben wir dann quasi oben am Praxattel ist gemacht und dann kamen Fünfzehntausende Leute ausverkauft Tage davor Mega mega Einschlag gehabt mit dem Ding und dann war das Festival geboren.

00:16:13: Und ich will nur sagen, es wurde auch so etwas zu uns getragen und man hat sich alles irgendwie so organisch entwickelt.

00:16:21: Es gab so ein Nukleus und daraus ist dann alles ...

00:16:25: Habt ihr aber ... Ich mein erstes Festfest ist halt schon Champions League, wenn man so im Event ist.

00:16:30: Gab's keine Bedenken?

00:16:33: Ich meine noch, wenn ihr so relativ nicht Urlaub hattet...

00:16:35: Ja doch am Anfang muss man schon sagen es war schon ähm.. Es war schon auch einen Schritt das zu machen, aber wir waren halt damals auch jung und naiv.

00:16:48: Und

00:16:50: voller Energie!

00:16:52: Ich glaube heute... ich weiß gar nicht was du heute bist.

00:16:55: Je älter du wirst umso mehr mutierst du dann auch ein bisschen mehr zum Bedenkenträger?

00:17:01: Und das bist du in dem Alter halt nicht.

00:17:03: und es war aber auch eine geile Konstellation.

00:17:06: Wir waren dann auch immer, wurde es auf zwei verschiedenen Schultern verteilt.

00:17:09: Wir haben das Fifty-Fifty mit unseren Kollegen von VorArtist gemacht und der Alex Richter, der Geschäftsführer damals von Vor Artists war.

00:17:16: Das war auch schon ein erfahrener Booker, auch einige Jahre älter noch mal als wir.

00:17:22: Das hat sich irgendwie ganz gut zusammengefügt.

00:17:25: Und dann war's natürlich auch schön, dass wir das erst einmal am Pragseil gemacht haben, wo wir schräg gegenüber unserer Nose im Elfklub hatten.

00:17:33: Es hat einfach irgendwie gut gepasst!

00:17:37: Was war dein persönliches Lieblingsthema über die Zeit weg?

00:17:41: Hat es so eins?

00:17:44: Naja, im Prinzip schon halt die Agentur.

00:17:48: Also das was ich mache da verbringe ich ein Großteil meiner Lebenszeit fünf bis acht Tage die Woche gefühlt und das war natürlich schon mein Hauptfokus, das da aufzubauen.

00:18:03: Ansonsten Tatsächlich, ich war nie so der Mega-Festivalgänger.

00:18:07: Ich war schon auch bei den Hip Hop Open Festivals aber ich war halt so ein Klubber und Clubkit.

00:18:13: Von Mittwoch bis Samstag war ich unterwegs in den Clubs lange und intensiv.

00:18:20: Das ist jetzt heute auch undenkbar.

00:18:22: nach einem Tag mal am Freitag raus da bin ich zwei Tage gefühlt out of order.

00:18:27: Aber ja das war mein Ding habe ich mir auch tatsächlich ein großes Netzwerk an einfach Leuten und Bekanntschaften aufbauen können, die mir später auch tatsächlich im Business-Total geholfen haben.

00:18:39: Also es war jetzt nicht nur Geld ausgeben um sich die Nächte zu beuronschlagen, sondern das hatte schon einen guten Effekt.

00:18:46: Ich meine hat's für dich jetzt im Nachgang würdest du sagen so eine positive Zeit?

00:18:50: Weil ich hab' das Gefühl immer dass irgendwann kommt man in diese Denke rein, war vielleicht einfach nur zu viel feiern und zwar eigentlich für den Arsch.

00:18:56: Ich persönlich sage immer genau

00:18:58: richtig.

00:18:58: Nee!

00:18:59: Fantastisch, ich bin da auch voll drin aufgegangen.

00:19:01: Das war total mein Ding!

00:19:02: Ich habe nebenher aber immer alles andere auf die Kette gekriegt und hab die Ausbildung gemacht und dann in verschiedenen Agenturen gearbeitet wo man damals tatsächlich noch viel mehr gearbeitet hat.

00:19:12: also jetzt heute wenn wir auch junge Mitarbeiterinnen oder so einstellen.

00:19:16: das Work-Life Balance ist so ein Thema.

00:19:18: es gab's früher nicht Da war einfach klar auch der Samstag einen ganz normaler Arbeitstag da sind alle in die Agentur gekommen Und das musste man halt so juggeln und nebenher auch noch hinkriegen, aber dass das weggehen.

00:19:31: Und Musik eigentlich ist eigentlich was die Liebe zu Musik.

00:19:35: Das war schon mein ein und alles und der Motor.

00:19:39: Was würdest du sagen?

00:19:40: Wie kann man jetzt die Agentur einschätzen?

00:19:42: Nicht die Agenturarbeitern sowas auf dem Schimmert in der Größenordnung.

00:19:45: hast du einen Vergleich?

00:19:47: Also wir sind so ungefähr, das schwankt natürlich mal.

00:19:49: Aber wir sind sowas zwischen achtzehn und fünfundzwanzig Leute die bei uns arbeiten aufgeteilt in verschiedene Departments.

00:19:57: Mein Department ist das Thema Live-Kommunikation alles was live is also Messe Event, Roadshow und so Sachen.

00:20:04: dann die Kolleginnen machen noch nur siebenf digital Das Influencer Marketing und Social Media Marketing.

00:20:12: Dann gibt es noch nur Siebenf Talents Die kümmern sich um Corporate Booking und Künstler, und Marken zusammenbringen.

00:20:18: Und es gibt natürlich noch so den NOSYMF-Entertainment.

00:20:21: Das ist eine relativ alte Gesellschaft die sich um alles gekümmert hat was B to C ist also Hip Hop Open oder unseren eigenen NOSymf Merch ... Oder eben auch noch Partys oder das gab mal NOSymf Stammtisch so ne Reihe und so.

00:20:33: Das macht alles NOSytm F Entertainment?

00:20:36: Also das ist relativ ... Dann

00:20:37: Samtische Erinnerung.

00:20:39: Ja, warst du auch ja!

00:20:40: Das ist relativ zerklüftet, aber alles unter dem Dach zero, sieben, elf eigentlich.

00:20:45: Ähm ... das müssen wir nur intern unterscheiden, buchhalterisch und so nach außen ist es eigentlich alles zero, seven, elf.

00:20:51: Was auch so organisch dazu kam also mein Agenturpart live kam dazu ein paar Jahre später dann der Digital-Part weil das gab's ja davor gefühlt auch gar nicht.

00:21:01: Social Media Influencer gibt's noch nicht so ewig Und so ist es ganz sinnvoll irgendwie gewachsen.

00:21:07: Und jetzt arbeiten wir halt für tolle, tolle Kunden.

00:21:10: Also alle möglichen großen Brands die auch schon einfallen von Red Bull über Adidas, Mercedes, Hugo Boss.

00:21:17: und das war auch mit der Grund warum ich damals den Schritt in die Selbstständigkeit mit den Jungs von NOSYM-F zusammen gewagt habe weil ich wusste da ist schon so ein Schatz an Connections und an Beziehungen dass ich nämlich das getraut hab.

00:21:33: So, ich als Ich AG und ich mach jetzt hier so meine Agedur, das hätte ich wahrscheinlich nicht gemacht.

00:21:38: Ich hatte es auch nie auf dem Zettel mal selbstständig zu werden.

00:21:40: Das ist auch so gekommen wie Strachi so vorher das beschrieben hat.

00:21:44: Ja, ich glaub' das ist doch immer so... also Gott sei Dank, das klappt nicht immer, das ist meistens so.

00:21:49: Dass die Sachen kommen dann musst du eigentlich nur machen!

00:21:52: Das ist eh der allerbeste Tipp an alle jungen Menschen, die da draußen gerade zuhören machen.

00:21:58: Es wird im selben Fall euch jemand den Ball auf einen Elfmeter-Punkt liegen und sagen jetzt zieht ab!

00:22:03: Man muss sich die Chancen oder die Opportunities selber machen und einfach was tun.

00:22:08: Und machen es wie wollen nur einfach viel geiler.

00:22:12: Ja fast so gut Alter aber müssen wir ein bisschen quatschen.

00:22:17: Der Schlusswort

00:22:19: gewählt.

00:22:19: Ich kann das noch mal sagen.

00:22:21: Ja, aber das ist ein sehr wichtiger Punkt.

00:22:24: Dass du immer was machst und irgendwo Energie reinpackst, dann kommt immer irgendwas

00:22:30: zurück.

00:22:33: Das Gefühl, du hast es einmal ausgelassen.

00:22:37: Jeder hat so den einen Move vorgedacht im Nachgang.

00:22:40: Man denkt, fuck hätte ich

00:22:43: doch!

00:22:46: länger nachdenken würde, würden mir wahrscheinlich zig Sachen einfallen.

00:22:48: Ich spüre auch!

00:22:49: Da gibt's voll viele ... ich bin bloß immer so... Mir fallen die dann nie ein und nachher fällt es mir ein.

00:22:54: Es fällt mir allerdings ein Ding ein.

00:22:58: Und zwar damals war es ja alles noch so im Club.

00:23:01: das war nicht wie heute durch Social Media.

00:23:03: Das hat alle Trends sag' ich mal.

00:23:05: oder wenn irgendwas ... Heute kannst du auf der Alp wohnen und kannst der Oberstyler sein weil du Zugang zu allem hast auch musikalisch oder Mode, egal was.

00:23:15: Früher war das noch so da warst du dann halt eher der Bauer sag ich jetzt mal weil du halt gar nicht die Chance hattest.

00:23:21: Entsprechend war es halt auch im Club so um neue Tracks zu hören bist du halt in Club?

00:23:28: Oder vielleicht dann noch halt in Plattenladen wie auch immer.

00:23:31: und dann gab's einen Track der lief bei uns wirklich ich würde sagen echt am frühesten von.

00:23:36: also was ich im Nachgang so recherchiert hatte von allen Clubs in Deutschland hoch und runter und die Leute sind durchgedreht, es war Punjabi MC.

00:23:45: Munya, Dubachke oder wie man das richtig ausspricht ... Das lief wirklich ein Dreivierteljahr.

00:23:50: jeden Freitag und wenn's losging die Leute faszinierend durchgetreten.

00:23:55: Du hast es vor deiner Schnauze und weißt ist es ein Major Hit.

00:24:00: Nach einem dreiviertelt Jahr kommen wir mal auf die Idee so Hey eigentlich müssen wir das Ding releasen.

00:24:04: hey lass mal suchen wer das macht und hin und her.

00:24:08: Und dann hatten wir tatsächlich Wir waren einfach Wenige Wochen davor haben die Superstar-Recordings ... Jungs, das war eher so ein elektronisches Musiklabel.

00:24:19: Nette Jungs.

00:24:20: Die hatten es von irgendeinem ihrer Promoter aus dem Osten.

00:24:23: Da gibt's einen Song und der funktioniert im Klub voll gut.

00:24:27: Aber wirklich lockern halbes Jahr später bevor das bei uns die ganze Zeit hoch und runter lief.

00:24:31: Dann waren wir echt zu Tomaten auf den Augen oder wie sagt man?

00:24:35: Und dann haben wir angefangen, da waren wir zu späten.

00:24:36: Es waren irgendwie so eine Lady in England, die das irgendwie ... Wie auch immer, die haben das dann gesehen Platin in ganz Europa und was weiß ich, das ging total ab.

00:24:45: Das ist so eine Miss-Opportunity als einzige die mir jetzt gerade einfällt.

00:24:48: aber da gibt es noch zig mehr die mir nicht einfallen.

00:24:55: Ja wäre gut gewesen!

00:25:00: Da glaube ich auch dass das zu Ländern schon Grund hat weil meistens geht eine andere Tür auf

00:25:06: Total.

00:25:06: Und die Superstar-Jungs haben das ja mega gemacht, weißt du?

00:25:09: Who knows?

00:25:09: Weißte vielleicht hätten wir es auch nicht so gut promoten...weiß ich nicht!

00:25:14: Wenn sie damals über unsere Labestruktur mit Warner gemacht.

00:25:17: Aber alles, everything happens for a reason so.

00:25:21: Ich mein, habt ihr jetzt über die Zeit hier...ich hab's gefühlt man beschwert sich immer in Stuttgart passiert.

00:25:26: Gerade wo was Obane Kulturen so betrifft, wo ich mittlerweile also bin ein bisschen ruhiger geworden, was das betriffe, aber auf jeden Fall einer der das auch gesagt hat Glaubt ihr, das ist immer noch so?

00:25:36: Dass ich hier einfach das Netzwerk fehlt.

00:25:39: Ich meine wenn du jetzt gerade natürlich verstehst ja auch wenn du neunzehn bist und bist irgendwie Künstler und willst jetzt den Boom haben jede denke aber nee bevor ich nicht in Berlin war funktioniert schon mal gar nichts.

00:25:48: Aber ich mein es gibt selber unzählige Beispiele wo's doch funktionieren kann.

00:25:54: Klar Carlo ist so einer die nur vorangesprochen hast der dann Total durch die Decke ging und auch aus Stuttgart dann quasi kommt.

00:26:02: aber vom Grundprinzip ist schon so.

00:26:04: also Auch da wieder so Rückblick in die alte Zeit.

00:26:08: Da hat's super funktioniert, weil wir unsere Strukturen selber gebaut haben.

00:26:11: Wir waren quasi das erste Hip-Hop-Startup Deutschlands, wo wir mit nur sieben Elf als erstes angefangen hatten, Strukturn zu bauen.

00:26:23: Wir haben eigene Veranstaltungen gehabt und alles was ich vorher erzählt hab einfach ein Netzwerk aufgebaut.

00:26:30: Und da war es alles da und da war alles gegeben.

00:26:35: Aber uns war immer klar, dass irgendwann Berlin kommen wird.

00:26:38: Berlin war in so einem Dornröschen-Schlaf und damals haben die Berliner dann halt eher nach Stuttgart geschaut.

00:26:45: Und Stuttgarthund Hamburg auch waren dann halt so ... Die Hip Hop-Städte, sag ich mal?

00:26:50: Ja!

00:26:50: Aber wir haben auch da schon immer in Interviews gesagt zu hey, Berlin wird uns irgendwann überrollen muss es auch weil's einfach sechsmal so groß ist und halt einfach auch so viel da liegt.

00:27:01: das hat halt einfach nur gedauert.

00:27:04: Das war halt in diesem Großstadt-Dschungel, was ja bis in dieser Großstadt Anonymität versackt.

00:27:09: Jeder hat so sein Ding gemacht aber noch nicht zusammen und irgendwann kam nach und nach dann eben auch Strukturen und dann kam irgendwie ein Schwabe der nach Stuttgart ist ein Rollbunker und so.

00:27:20: Und wir sind erst die Schwabe runtergegangen.

00:27:24: Auf jeden Fall!

00:27:25: Aber dann kam da so eine Struktur rein und dann ist natürlich Berlin explodiert.

00:27:31: Deswegen heute würde ich das auch sagen, es ist echt schwierig.

00:27:34: Aber generell was du voransprichst so Partys, Clubs und so ist halt auch generell so schwer geworden.

00:27:40: Wir haben ja noch achtzehn Jahre... weil du ganz am Anfang mal angesprochen hast Supreme Bergens Park den wir auch mit machen.

00:27:49: Das hat mir achtzehnt jahrelang gemacht mit Paulo und Siele.

00:27:54: Shout out hier zusammen!

00:27:55: Und die Das war, da sind die Leute auch von ganz Baden-Württemberg und überall dahin gefahren.

00:28:04: Aber mittlerweile ist so eine krasse Zäsur in dem Gesamten ... Und das ist aber nicht ein Stuttgarter Phänomen, sondern es hast du in ganz Deutschland.

00:28:11: Die Leute gehen halt auch nicht mehr aus.

00:28:14: Das ist echt krass!

00:28:15: Es war irgendwie dieser Corona-Gab, der dann so dazwischen ist.

00:28:19: Und es ist echt schwierig.

00:28:20: also... Das Ausgieferhalten hat sich einfach geändert?

00:28:24: Ja, auch noch pro.

00:28:28: Ich mein, bewusster auch dieses ganze Ernährung und Schlaf und Trend.

00:28:34: Nicht mehr so rauchen.

00:28:35: Das hat ja auch alles ... Seine Berechtigung hat aber auch was verändert.

00:28:39: Ich war letztes Jahr auf einer Eröffnung von so einem Club-Bar, Slash Bar, Donnerstags?

00:28:45: Mhm.

00:28:46: Und dann ... War da um halb zwölf, so Schluss.

00:28:51: Also es gab Free Drinks und alles.

00:28:53: Und ich hab zu meinen jungen Mitarbeiterinnen gesagt, Damals werden wir halt um fünf daraus gekrochen, so.

00:29:00: Das ist heute nicht mehr so.

00:29:02: Krass!

00:29:02: Und ich fand's ... also Stuttgart geht nichtsmäßig.

00:29:05: das hieß es ja früher auch immer und da war ich radikal andere Meinung für und hab das auch immer verteidigt weil Stuttgard der auch nicht so den allerallerbesten Ruf hatte manchmal je nachdem wo man hin kam Und ich fand es damals wie gesagt ein absolutes Schlafenland.

00:29:19: Da gab's Wochen, da war irgendwie Red-A Method Man im Café Am Niel gleichzeitig war der krasseste UK Jungle DJ in der Röhre und irgendein heftiger jamaikanischer Dancehallakt irgendwo anders.

00:29:33: Ich wusste gar nicht wo ich zuerst hingehen soll.

00:29:37: Und da ist halt Stuttgart ideal, weil du nicht von A nach B wie in Berlin, egal von wo nach wo einfach eine Minimum eine halbe Stunde brauchst.

00:29:44: Sondern du konntest halt einfach easy hoppen und dann mit dem ganzen Hans im Glück brunnen und dem Thema... Wir sind ja teilweise abends durch zehn Locations oder so gezogen.

00:29:54: also da ging schon richtig viel fand ich es.

00:29:57: Ja wir haben das Angebot auch selber kreiert muss man sagen.

00:30:02: Also besonders meine neunzigern haben wahnsinnig viele Events Und auch Locations als Eventlocations erfunden.

00:30:09: Die Röhre zum Beispiel, das war als Party-Locations.

00:30:12: Es waren eingeführte alteingesessene Konzertlokationen.

00:30:18: aber wir haben das erste Mal dann daraus quasi drei verschiedene Floors gemacht und teilweise so viele Partys gemacht, dass wir auch teilweise uns selber manchmal auch Konkurrenz gemacht haben.

00:30:30: Das war total absurd!

00:30:32: Aber es braucht halt immer Leute die ... machen.

00:30:35: So wie das der Torsten von Contour zum Beispiel, hat es im Reggae und Danzhaubereich gemacht.

00:30:39: Der hat die alle hergeholt.

00:30:41: Alle Relevanten waren hier in Stuttgart.

00:30:44: Ihr habt die Hip-Hop Leute geholt und so weiter und Drum Bass... Und heute zutage habe ich das Gefühl ist ja Stuttgard gar nicht mehr so auf dem Tourplan drauf.

00:30:54: Ich meine wer war da?

00:30:56: Fifty Cent mal vor zwei Jahren glaube ich aber sonst war er kein größerer Künstler.

00:31:01: auch dann mal hier so kleinere Sachen klar und Indie und so funktioniert bestimmt immer noch weiter, aber das eben man muss da Stuttgart was das angeht wieder ein bisschen mehr auf die Map bringen.

00:31:11: Und deswegen ja macht etwas

00:31:14: draußen.

00:31:16: Du kannst ja auch nicht.

00:31:16: ich meine dass mit den Konsumenten ist absolut richtig.

00:31:20: Man hat lange gedacht, die haben keinen Bock mehr.

00:31:21: Die haben andere Prioritäten.

00:31:23: Wenn ich dran denke, dass wir Praktikanten haben, die mir erzählen ... Boah!

00:31:27: Ich kann heute nicht feiern gehen, weil morgen muss ich arbeiten.

00:31:29: Wir sind aus einem Eins rausgelaufen in die Bahn.

00:31:32: Wenn es gereicht hat zu tun und dann arbeiten

00:31:35: gegangen ist?

00:31:36: Ja genau.

00:31:36: Dafür ist halt keiner bereit

00:31:38: heute.

00:31:38: Klar, wir sprechen auch von dem Donnerstag aber...

00:31:41: Die Leute sind generell auch nicht mehr nur hart feiern wie früher alles sondern auch Auch hart arbeiten hat keiner Bock.

00:31:51: Es ist echt krass, du hast das Gefühl ... es kommen neue Mitarbeiter oder so.

00:31:54: und nach einem Jahr überlegen sie sich, wann kann ich mal ein Jahr Spättel machen?

00:32:01: Mach mal fünfzehn

00:32:02: Jahre.

00:32:03: So

00:32:03: war's halt damals.

00:32:04: Das hat sich verändert.

00:32:05: Da müssen wir auch mitgehen als Arbeitgeber.

00:32:07: Absolut klar!

00:32:08: Deswegen haben wir da viele Benefits, die unsere Mitarbeiter innen bekommen.

00:32:14: Aber einen ... Punkt, warum sich es auch verändert hat ist.

00:32:17: Weil's einfach schweine teuer geworden ist!

00:32:20: Das kommt sowieso noch

00:32:20: aus?

00:32:21: Also ich weiß noch dass wir halt... also es gab ja Zeiten da konnte man hier in der Stadt Mittagstisch irgendwo für acht Euro was essen das ist vorbei.

00:32:31: wenn ich jetzt irgendwo hingehe und sie ist die räudigste Pasta da bist du ein Zwanni los und deswegen ist es auch schwierig für die jungen Leute so das Angebot wahrzunehmen glaube ich.

00:32:42: Es kostet einfach alles so viel, weil diese Geldentwertung ständig weitergeht.

00:32:49: Boah!

00:32:50: Ich bin ein geiler Döner, aber da bist du ...

00:32:53: kurz vor dreistellig.

00:32:56: Das ist Wahnsinn.

00:32:57: Ja.

00:32:57: Das

00:32:58: sind Zähne und die können auch noch Clubreise für den Zähner anlassen.

00:33:03: Das war schon viel.

00:33:04: Das waren

00:33:04: schon viele.

00:33:05: Fünfer gab es auch oft?

00:33:06: Ja.

00:33:07: So auf der TU war's um fünf Uhr.

00:33:08: Die wollen ja auch alle in Zähnen.

00:33:11: Echt?

00:33:11: Auf der TU?

00:33:12: Zwarst du mal?

00:33:13: Krass Eintritt.

00:33:13: Ja, Mieter alles... Also die ganzen Kosten sind so geschehen!

00:33:16: Ohne jetzt Namen zu nennen, aber wo sehr weit unten ist mit fünfmal Namen gewechselt hat ich glaube der zahls mittlerweile fünfzehnt oder

00:33:22: so.

00:33:23: Eintritt?!

00:33:25: Ich müsste mich hart räuschen.

00:33:27: Krass!

00:33:29: Irre hat sich alles mein selbst...

00:33:33: ja Es ist anders, aber es ist auch irgendwie okay am Ende vom Tag.

00:33:37: Habt ihr jetzt Gips für Null sieben Elf noch so im Kern irgendwas zu erreichen?

00:33:40: oder sagt ihr so wie's?

00:33:41: ist das eigentlich ganz cool?

00:33:43: Oder hat man da immer noch nach all den Jahren so ein bisschen, dass man denkt, hey

00:33:47: der Move,

00:33:47: der wär's schon nochmal wert.

00:33:49: Kanye West nicht passen.

00:33:52: Also ich würd sagen jetzt unser Jubiläum.

00:33:54: was wir jetzt feiern, drei Jahre nur sieben Elf auf dem Schlossplatz das war schon so'n Ding.

00:33:58: Wir haben die letzten Jubilläen so n bisschen einen Waschern und ein Tisch gekehrt, fünf, zwanzig Jahre zum Beispiel Weil es dann halt auch immer voll viel Arbeit ist und so nebenher, neben der eigentlichen Arbeit.

00:34:09: Und das war jetzt schon was uns wichtig war, dass wenn wir's machen, dass wir's fettmachen ... Ich glaub, das ist uns jetzt gelungen mit dem Line-up und mit der ganzen Szenerie, dass hier quasi eine Art Firmenfeier auf den Schlossplatz machen dürfen, was sonst keine Firma machen darf.

00:34:24: Weil wir nicht nur Firma, sondern ein Stück weit auch kuturgut sind sozusagen mit der Historie.

00:34:31: Das ist schon so'n ... So ein Bucket List-Ding.

00:34:35: Ansonsten, ich mein es muss immer weitergehen das Rad muss sich weitertrehen.

00:34:39: wir haben jetzt einige Leute die bei uns mit dranhängen und Familien in Abhängigkeit Und wir müssen damit der Zeit gehen und sich verändern weil ja das einzig permanente ist die Veränderung Es bleibt nie alles gleich da.

00:34:53: da müssen wir am Start bleiben.

00:34:55: und ansonsten so große Ziele im Sinne von Events oder Meilensteine, die wir als NSIMF jetzt noch reich waren.

00:35:05: Haben wir in dem Sinne nicht so formuliert würde ich sagen.

00:35:08: aber das sind ja auch wieder so Opportunities, die kommen.

00:35:11: Ein spezielles Kundenmalarbeiten auf den man total Bock hat

00:35:16: und tatsächlich würden wir aus der Agenturbrille auch gerne ein bisschen mehr im Ausland arbeiten.

00:35:23: Wir haben damals für About You die Kollektion mit Crow gemacht Und daraus ist dann ein Event entstanden in Kroatien auf so einer Privatinsel.

00:35:31: Wurde diese Kollektion präsentiert und da gab es einen Konzert mit noch mehreren Acts, und da wurden ... gabs, glaubt, vierhundertfünfzig Tickets ungefähr für Fans und Vierhundert Creator wurden auch noch hingeschifft.

00:35:43: Das war toll!

00:35:44: Und das war mal wieder eine richtige Challenge, weil in Kroazien einfach auch Business anders läuft und sich die Uhren anders trennen zu.

00:35:51: Und das wäre so für mich ein Goal für die Agentur, dass wir vielleicht noch ein paar coole Auslandsjobs machen?

00:35:56: Das klingt auf jeden Fall gut.

00:35:59: Oder Sap wieder aufmachen, das finde ich persönlich

00:36:03: gut.

00:36:04: Long time alles hell!

00:36:06: Es wird jetzt den ganzen Zuhören wahrscheinlich gar nichts sagen?

00:36:09: Nee also es gab hier sehr viele legendäre Clubs und ich glaube ich weiß dass der eine oder andere das noch weiß.

00:36:14: aber ja...

00:36:15: Schon verrückt dafür dass Stuttgart eigentlich auch nach außen immer so ne Spießerstadt war.

00:36:20: und was ich aber du hast ...was schon krass war war der Ruf Gute Partys.

00:36:25: früher hatte es, ich weiß nicht wie's jetzt ist.

00:36:27: Aber dass du halt ... Ja?

00:36:31: Dadurch das wir so ein großes Angebot hatten hat mir immer ganz viele DJs die halt ... Die hat einfach wussten, wie du eine Crowd ... Wie du einen Spannungsbogen aufbaust und irgendwie ... Die haben einfach geile Club-DJs waren.

00:36:44: Es gibt welche, die sind technisch mega geil aber die können keine Party rocken.

00:36:50: Das hatten wir echt anderen Städten voraus lustigerweise.

00:36:52: Stuttgart und Chemnitz waren immer so die zwei.

00:36:54: Städtebund ist echt ... gut war, als ein Hip-Hop.

00:36:58: Bestimmt auch damit zu sagen, dass du damals um DJ sein zu können musstest, du halt der Ultra Music Lover sein und mega into it und dich da rein dicken und forschen.

00:37:07: Und heutzutage, ich hab einen Laptop oder einen USB Stick und einen Controller und jeder kann das daheim im Kinderzimmer machen so.

00:37:16: Das war ja damals einfach nicht möglich.

00:37:18: Das Equipment war teuer und Platten zu bekommen, war schwierig.

00:37:23: Also im Sinne von du konntest nicht einfach googeln und dann auf bestellen drücken, sondern du musst es halt die finden in irgendeinem Shop oder auf einer Plattenbörse.

00:37:32: Das war schon anders.

00:37:37: Anstrengend aber geil!

00:37:38: Man

00:37:38: musste sich ein bisschen mehr arbeiten und dadurch hat man's glaube ich auch ein bisschen wertgeschätzt.

00:37:43: Es war da nicht so schnell lebig.

00:37:45: So weggeswiped gleich wieder, sondern das war so ein bisschen intensiv.

00:37:51: irgendwie funktioniert's ja trotzdem nicht, muss man sagen.

00:37:53: Also ich ... ohne Leute zu baschen aber ... Ich kenne auch Leute die machen auf Instagram oder TikTok halt ihre Millionen mit ihren Videos.

00:37:59: wenn sie irgendwo spielen dann ist halt trotzdem kein Mensch da.

00:38:03: Ja.

00:38:03: Total, ne?

00:38:04: Es erscheinen und sein.

00:38:05: Das ist

00:38:05: echt nur noch ein Fame!

00:38:06: Und mir tut es auch echt leid.

00:38:07: Ich muss echt sagen, ich hab einen Kumpel von mir der sagt immer, er wird so gerne diese Zeit, wenn ich mir überleg früher in Ibiza im Sommer Space oder ... whatever, wo du halt im anderer Sound dann aber... Da gab's halt kein Handy die ganze Zeit in der Luft und keine Ahnung wenn du dir dann alte Videos anschaust von früher.

00:38:36: Und wo immer die Leute so im Moment waren oder wir haben jetzt zum Beispiel gerade aktuell wird diese Doku über uns gedreht und da ging es eben auch darum Material zu bekommen.

00:38:48: Und da haben wir erst mal wieder gemerkt, dass es total schade ist, weil wir halt eben nicht diesen einen Nerd bei uns in der Gang hatten, der damals eine Videokamera hatte und ich weiß nicht ob du dir die Doku von DJ Medi angeschaut hast wenn nicht diese mega empfehlenswert für alle da draußen ist auf Art von Arte produziert und er hatte halt das Glück.

00:39:11: Das ist super Musik-Doku, finde ich.

00:39:13: Dreiteilig und der hatte das Glück, dass er seinen besten Freund hat.

00:39:15: Und es war halt so ein Nerd, der immer die Kamera dabei hat ... Es war auch nach den Neunzigern.

00:39:21: Wir sind in diesem neunziger Loch, sag ich mal, Anfang zweitausender.

00:39:26: Da gab's nicht, du hattest keine Smartphones.

00:39:28: Heute hat jeder was.

00:39:30: Was ich nur sagen wollte, wir haben gar kein Material.

00:39:32: Richtig geiles, woauf du zurückgreifen kannst!

00:39:34: Aber wir haben alles hier oben im Kopf abgespeichert.

00:39:37: Wir hatten die geisten Partys erlebt und ich muss sagen, mir tut's heute schon fast ein bisschen leid, wenn du dir so anguckst ... Was ist so ein typischer Social Media?

00:39:49: Keine Musik als Beispiel!

00:39:51: Vielleicht das Prime Example.

00:39:52: Dann stehen alle da und gucken durch ihren Screen.

00:39:56: Und keiner danced oder bewegt sich, wo ich mir denk, was kann doch nicht

00:40:01: sein?!

00:40:02: Auch für die Jungs.

00:40:02: total scheiße, du legst auf Und dann stehen alle wie so Zombies vor dir und halten das Telefon in die Luft.

00:40:10: Ja, ich glaube da ist es fifty-fifty als Künstler.

00:40:12: Ich glaub's gibt schon einen Künstl der denkt

00:40:13: sich in dem Moment geil.

00:40:15: Die wollen es natürlich auch weil sie wissen, dass es halt ihre Multiplikation... klar?

00:40:19: Aber ja...

00:40:20: Klar!

00:40:21: Und die Jungs haben es ja auch irgendwie... Das waren I created a monster so selber.

00:40:25: also das haben sie ja kreiert aber es hat schade.

00:40:28: jetzt im Nachgang glaube ich Es ist dann auch blöd wenn du dann zu dastehst und kein Mensch ... bewegt sich zu deinem...

00:40:41: Okay.

Über diesen Podcast

"Extra lang, ungeschnitten, unzensiert: Beim Deutschrap-rasiert-Podcast gibt's keine Faxen, nur 100% Realtalk! Ob mit Superstars wie Shindy, Legenden wie Kool Savas oder Trend-Newcomern wie Jamule und reezy - wir nehmen Dich jede Woche für eine neue Blockbuster-Folge mit ins bigFM-Studio!"

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